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Titelbild für den Ratgeber über Vogelnistkästen, das Füttern von Vögeln und Co.

Nistkästen, Vogelfutterhäuser und Co.

Die richtigen Nistkästen anbieten und richtig füttern

In unseren Gefilden heimische Singvögel bieten uns in unseren Gärten, Wäldern und Parkanlagen fantastische Schauspiele – sei es in Form der Farbenpracht ihrer Federkleider oder in Form der Frühlingsgefühle-vermittelnden Vogelgesänge. Gleichzeitig müssen wir der Tatsache ins Auge blicken, dass sich die Vogelbestände in der Europäischen Union dramatisch reduziert haben. So beobachtete das European Bird Census Council, welches die Bestandsaufnahmen aller EU-Nationen sammelt, einen Bestandsrückgang von 56 Prozent von 1980 bis 2016. Dies lässt sich auf mehrere Ursachen zurückführen. Durch das Insektensterben bietet sich Vögeln, die von tierischer Kost abhängig sind, ein um etwa 80 Prozent verringertes Nahrungsangebot. Darüber hinaus schrumpfen die Lebensräume in Folge von Urbanisierung und immer intensiverer Landwirtschaft. Schließlich fallen viele Vögel Kollisionen mit Glas, dem Straßenverkehr oder Stromleitungen sowie Krankheiten zum Opfer. Wenngleich dies dramatisch klingt, ergeben sich uns einfache Möglichkeiten, wie wir die willkommenen Wildvögel unterstützen können, welche dies wiederum mit ihrer Gesellschaft in unserer Nähe zurückzahlen werden. In erster Linie können wir ihnen dabei Niststätten und Futterstellen bieten und den Lebensraum weniger gefährlich gestalten. Auf diese Themen werden wir nun in diesem Ratgeber eingehen.

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Nistkästen

Ein Grund, weshalb der Vogelbestand zurückgeht, ist das sich verkleinernde Angebot an natürlichen Nistmöglichkeiten. Auch durch die Restaurierung und Modernisierung von Gebäuden wird die Anzahl an Löchern und Spalten in den Häusern geringer. Zum Glück können wir alle helfen, dass Wildvögel dennoch Nistplätze finden, welche den Ansprüchen der Tiere gerecht werden.

In erster Linie nutzen die Tiere Nistkästen im Frühjahr zum Schutz der gelegten Vogeleier und der Aufzucht der geschlüpften Küken. Doch auch im Winter suchen manche Vögel Brutkästen auf, um sich vor kalten Winternächten zu schützen. Damit die angebrachten Nistkästen von Vögeln angenommen werden, müssen wir einige Dinge beachten.

1. Eigenschaften und Beschaffenheit

Vogelfutterhaus im Schnee

Zunächst gilt es zu bedenken, dass nicht alle Baumaterialien zur Herstellung artgerechter Brutkästen geeignet sind. Im Idealfall besteht Ihr Nistkasten aus dickwandigen Holzbrettern oder aus Fragmenten eines Baumstammes. Aber auch Kunststoff und Holzbeton, ein Gemisch aus Sägespänen und Zement, sind legitime Materialien. Absolute Voraussetzung ist, dass das Material beständig und das Gehäuse solide konstruiert ist. Teakholz erfüllt diese Bedingungen, selbst wenn es unbehandelt und unlackiert ist. Verzichten sollten Sie auf alle Fälle auf schwarze Teerpappe, welche hin und wieder als Feuchtigkeitssperre auf Bauwerken vorzufinden ist. Die Feuchtigkeit wird von der Teerpappe nicht zuverlässig abgehalten, wodurch ein schnelles Trocknen des Holzes unterbunden wird. Gleichzeitig lässt die schwarze Pappe das Gehäuseinnere insbesondere bei Sonnenlicht aufheizen, was für die Jungtiere in der Brutstätte lebensbedrohliche Konsequenzen haben kann. Achten Sie weiterhin darauf, dass der Brutkasten im Bedarfsfall eine einfache Reinigung von Innen- und Außenbereich ermöglicht (später mehr zum Thema Reinigung). Klar ist, dass das Kasteninnere stets groß genug sein sollte, um die gefiederten Gäste samt Nachwuchs zu beherbergen. Ist ein Nistkasten zu groß, so ist dies nicht weiter tragisch. In diesem Falle polstern die Tiere das Häuschen selbstständig mit Federn, Zweigen etc., bis es ihnen heimelig genug ist. Bis hierhin lassen sich die Aspekte, welche man bei Nistkästen beachten sollte, recht gut verallgemeinern.

Tatsächlich unterscheiden sich die verschiedenen Vogelarten jedoch auch in ihren Ansprüchen, welche sie an einen Nistkasten stellen. Einer der ausschlaggebenden Punkte ist neben der Wohnfläche vor allem der Durchmesser des Einflugloches. Vogelarten werden die Nistkästen präferieren, welche Einfluglöcher in der von ihnen gewünschten Größe besitzen.

Unser Tipp: Beobachten Sie bei Gelegenheit, welche Vogelarten sich bevorzugt in Ihrem Garten aufhalten. Anhand dieser Information lässt sich daraufhin ein Brutkasten mit der richtigen Beschaffenheit für diese Vögel anschaffen.

Welche Einfluglöcher fliegt welcher Vogel an?
Ø 28 mm: Blaumeise, Tannenmeise (ideal); Trauerschnäpper (möglich)
Ø 32 mm: Kohlmeise, Haubenmeise (ideal); Blaumeise, Tannenmeise, Feldsperling, Haussperling, Kleiber, Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz (möglich)
Ø 34 mm und oval: Feldsperling, Haussperling, Kleiber, Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz (ideal); Blaumeise, Tannenmeise, Kohlmeise, Haubenmeise (möglich)
Ø 45 mm: Star, Buntspecht (ideal)
Ø 80 mm: Hohltaube, Dohle (ideal)
Ø 130 mm: Waldkauz (ideal), Hohltaube, Dohle (möglich)
Halbhöhlen/halboffen: Gartenrotschwanz, Rotkehlchen, Grauschnäpper, Zaunkönig, Bachstelze, Amsel, Hausrotschwanz (ideal)

2. Standort und Anbringung

Neben der Beschaffenheit des Kastens selber spielt auch der exakte Ort sowie die Anbringung der Nisthilfe eine wichtige Rolle. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass sich alte Bäume, Hausfassaden und Balkone, aber auch Scheunen und Garagen zur Anbringung gut eignen. Junge Ahornbäume, Linden und Birken sind weniger geeignet, da ihre Rinde viel Feuchtigkeit ausstrahlt, welche vom Brutkasten aufgenommen wird. Dem Vermorschen oder Pilzbefall des Holzes würde Tür und Tor geöffnet werden. Gibt die Umgebung zunächst keine passende Stelle her, kann ein Nistkasten auch an einem Pfosten angebracht werden. Hierbei, wie auch bei der Befestigung an Bäumen, Fassaden etc., muss eine bestimmte Mindesthöhe beachtet werden. Grundsätzlich wird empfohlen, Brutkästen auf einer Höhe von etwa zwei Metern anzubringen. Die Höhe richtet sich dabei aber auch nach der Umgebung. Im eigenen Garten, wo man nicht von externen Störfaktoren ausgehen muss, kann man Nistkästen auch auf Kopfhöhe aufhängen. In der Öffentlichkeit sollte das Vogelheim jedoch höher hängen, damit die Brut nicht gestört wird und der Nistkasten darüber hinaus nicht durch Vandalismus Schaden nimmt. Insbesondere, wenn der Nistkasten tiefer hängt, müssen Vorkehrungen zum Schutz vor räuberischen Tieren getroffen werden. Bei dem Gedanken, sich ungestört über einen bewohnten Vogelbrutkasten hermachen zu können, läuft Katze, Marder, Eichhörnchen und Co. das Wasser im Munde zusammen.

Außerdem sollte Ihr Nistkasten derart ausgerichtet sein, dass er genügend Schutz vor der Witterung bietet. Auf gar keinen Fall darf das Häuschen tagsüber der prallen Sonne ausgesetzt sein. Richten Sie die Einflugöffnung dafür am besten nach Norden, Nordosten oder Osten aus. Ist dies nicht möglich, treffen Sie anderweitige Vorkehrungen zum Sonnenschutz, da Überhitzung aufgrund von starker Sonneneinstrahlung eine Gefahr für die Brut darstellt. Auch möglicherweise einlaufendem Regenwasser sollten Sie Beachtung schenken.

Unser Tipp: Wenn Sie den Nistkasten leicht nach vorne überhängend anbringen, verhindern Sie, dass Regenwasser durch die Einflugöffnung eindringt.

Vogel beim Verlassen seines Nistplatzes

Idealerweise ist das Einflugloch, frei von Hindernissen jeglicher Art, durch die gefiederten Gäste anfliegbar. Wenn sich gleichzeitig Vegetation in der unmittelbaren Umgebung des Nistkastens befindet, können Sie insbesondere den Jungtieren immens helfen. Während das Laub einen gewissen Schutz bietet, ergeben sich durch Äste und Zweige tolle Start- und Landebedingungen.

Fraglich ist auch, wie viele Brutkästen für verschiedene Vogelarten Ihr Garten und/oder Balkon bietet. Dies richtet sich in erster Linie nach dem vorhandenen Versorgungsangebot. Sofern die Wildvögel ausreichend Futter und Wasser sowie Schutz und Deckung vorfinden, können Sie getrost mehrere Nistkästen montieren. Diese sollten aber stets einen gewissen Abstand zueinander vorweisen. Sofern Sie bei Nistkästen derselben Art einen Abstand von mindestens zehn Metern einhalten, gehen Sie auf Nummer sicher. Nistkästen verschiedener Vogelarten können mitunter auch näher beieinander hängen.

Wenn Sie nun einen passenden Standort gefunden haben, stellt sich schließlich die Frage, wie der Kasten angebracht werden soll. Grundsätzlich sollten Sie sich eine feste Stelle zur Anbringung eines Nistkastens suchen. Schaukelbewegungen, die über die eines im Wind schwankenden Baumes hinausgehen, sind bei Wildvögeln unbeliebt. Die Aufhängung bzw. die Befestigung sollte also definitiv stabil sein. Falls Sie einen Nagel verwenden möchten, sollten Sie definitiv zu Nägeln aus Aluminium greifen. Diese rosten nicht. Außerdem beschädigen Aluminiumnägel die Sägeblätter nicht, sollte der Baum einmal zersägt werden müssen. Wenn Ihnen ein jüngerer Baum zur Anbringung vorschwebt, sollte der Brutkasten besser mittels eines Drahtbügels an den Baum gehängt werden. Eine Gummiummantelung des Drahts, zum Beispiel mit einem Stück Gartenschlauch, verhindert, dass der Draht in die Baumrinde schneidet.

3. Zeitpunkt des Anbringens

Auch wenn die Brutzeit von Gartenvögeln in den Frühlingsmonaten beginnt, können Sie in Erwägung ziehen, Nistkästen zum Herbst oder Winter anzubringen. In der kalten Jahreszeit suchen Vögel einen Schutz vor Regen und Kälte und lernen dabei bereits manche Brutplätze kennen, zu denen sie gegebenenfalls zum Nisten zurückkehren. Im Frühjahr sollte Ihr Nistkasten allerspätestens im März für die Wildvögel bezugsfertig sein.

4. Reinigung von Nistkästen

Vogelhaus Birdy von Kai Wiechmann

Wenn Ihr Nistkasten regen Anklang in der Tierwelt findet, bleibt es leider nicht aus, dass das Innere hin und wieder gereinigt werden muss. Idealerweise geschieht dies nach dem Verlassen des letzten Jungvogels und vor dem folgenden Gelege. Beobachten Sie den Nistkasten bereits einige Tage vor der geplanten Reinigung, um gewährleisten zu können, dass er unbewohnt ist. Seien Sie doch so freundlich und klopfen unmittelbar vor der Reinigung nochmal an den Nistkasten, um womöglich verbliebene Bewohner vorzuwarnen.

Sobald Sie sicher sind, dass der Nistkasten unbewohnt ist, können Sie ihn öffnen. Der Öffnungsmechanismus variiert von Modell zu Modell. Bei dem Teak Vogelhaus Brighton von Kai Wiechmann (siehe Abbildung rechts) ist das Dach des Nistkastens mittels zweier Holzstifte befestigt. Sobald Sie diese entfernt haben, lässt sich das Dach abnehmen. Entnehmen Sie nun das alte Nistmaterial und säubern Sie das Kasteninnere mit Wasser und einer robusten Bürste. Verzichten Sie bitte auf chemische Reinigungsmittel, auch wenn Sie starke Verschmutzungen vorfinden. Benutzen Sie in diesen Fällen Sodalauge als Alternative. Lassen Sie den Brutkasten nach der Reinigung gut trocknen.

Unser Tipp: Vollziehen Sie die Reinigung zum Schutz vor Parasiten draußen und legen Sie Schutzhandschuhe an. Um das Nistmaterial aus dem Gehäuse zu entfernen, kann ein Schaber hilfreich sein.

Vögel füttern

Wir können aber noch mehr tun als „nur“ Nistplätze zur Verfügung zu stellen. Vögel haben eine Körpertemperatur von etwa 40 Grad Celsius. Um diese Temperatur aufrechtzuerhalten, bedarf es eines großen Energieaufwandes. Um den Energiebedarf decken zu können, benötigen die Tiere vor allem eins: eine verlässliche Futterquelle. Zu welchen Jahreszeiten überhaupt gefüttert werden soll, darüber herrscht selbst unter Tier- und Naturschutzorganisationen Uneinigkeit. Es lassen sich Argumente sowohl für als auch gegen das Füttern im Sommer vortragen. Wir stellen Für und Wider gegenüber, sodass Sie selbst entscheiden können, wie Sie verfahren möchten.

Vogel füttert versorgt seine Jungtiere

Ein Grund, welcher für Fütterungen über alle zwölf Monate des Jahres spricht, ist das immer geringer werdende Nahrungsangebot in dicht besiedelten Gegenden. So sinkt die Anzahl an Hecken, Sträuchern und Wäldern stetig, was den Lebensraum der Vögel und Beutetiere gleichermaßen verringert. Anstatt heimischer Blumen und Kräuter findet man in unseren Vorgärten immer mehr exotische Pflanzen vor, die zwar toll aussehen, aber keinen Mehrwert für unsere Vögel bieten. Darüber hinaus stellt der ausufernde Pestizideinsatz in der Landwirtschaft ein Problem für Vögel dar.

Kritiker des ganzjährigen Fütterns entgegnen, dass das natürliche Futteraufkommen lediglich in städtischen Gebieten eingeschränkt wird. So gäbe es ausreichend natürliche Nahrungsangebote in ländlichen Regionen. Anstatt also ganzjährig Vogelfutter anzubieten, solle man sein Augenmerk lieber darauf lenken, natürliche Gärten anzulegen und damit einen nachhaltigeren Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Ebenfalls wird argumentiert, dass von ganzjährigen Fütterungen nur die nicht-bedrohten Tiere profitieren würden.

Entscheiden Sie sich lediglich über die Wintermonate zu füttern, sollten Sie trotzdem frühzeitig beginnen eine Nahrungsquelle anzubieten. Sie helfen den Tieren ungemein, wenn diese ihre Futterstelle bereits kennen, bevor der Winter über uns hereinbricht. Ist es einmal soweit, haben unsere Wildvögel schließlich keinen natürlichen Futterzugang mehr. Ebenfalls sollte die Fütterung nicht zu früh beendet werden, da auch im Frühling ein Unterangebot an natürlichem Futter vorherrscht. So sind zu dieser Jahreszeit keine neuen Samen verfügbar und Insekten sind in der Kälte ebenfalls nicht vorzufinden. Gleichzeitig sind Vögel aber insbesondere im Frühling sehr aktiv, wenn sie ihre Nester bauen und brüten. Da dies viel Energie abverlangt, sollte die Fütterung erst ab Ende April langsam ausgesetzt werden.

1. Beschaffenheit einer guten Futterstelle

Doch was macht eine gute Futterstelle aus? Wie sollten Sie eine solche gestalten, sodass diese von Tieren angenommen wird? In erster Linie erfordert eine gute Futterstelle den richtigen Ort und ausreichend Pflege. Das A und O ist gewiss, dass die Nahrungsquelle für Vögel gut überschaubar ist. Vögel müssen ihre Umgebung im Auge behalten, um sich sicher zu fühlen und rechtzeitig vor heranschleichenden Räubern fliehen zu können. Wichtig ist darüber hinaus, dass die fressenden Vögel während ihrer Mahlzeit nicht durch das Futter stapfen müssen. Ist dies doch der Fall, könnte das Futter durch Kot verunreinigt und gefährliche Krankheitserreger übertragen werden. Aus diesem Grunde sollte die Futterstelle regelmäßig gesäubert werden. Trivial ist, dass die Futterstelle überdacht sein muss, sodass Niederschlag weder von oben noch von der Seite auf das Vogelfutter treffen kann. Aufgrund von Nässe verschimmeltes Vogelfutter ist für Vögel pures Gift.

2. Wahl des Vogelfutters

Vogelfutter ist nicht gleich Vogelfutter. Hinsichtlich der bevorzugten Futterart können wir Vögel in drei Gruppen einteilen: Körnerfresser (oder auch Samenfresser), Weichfutterfresser und Gemischfresser.

Zwei Vögel sitzen auf einem Meisenknödel

Zu den Körnerfressern zählen beispielsweise Finken, Spatzen und Stieglitze. Diese haben einen kurzen und kräftigen Schnabel, welcher als fantastisches Werkzeug dient, um Samen und Körner zu zerbeißen. Für diese Vögel werden Sonnenblumenkerne, Getreidekörner, Hirse oder Wild- und Mohnsamen ausgelegt.

Weichfutterfresser dagegen haben spitze und eher zierliche Schnäbel. Über den Frühling und den Sommer ernähren sie sich am liebsten von Raupen, Larven, Früchten und Beeren. Als Substitut für Insekten fungieren in tierisches Fett getränkte Haferflocken. Möchten Sie Früchte anbieten, können Sie Rosinen oder getrocknete Beeren bereitlegen. Schneiden Sie Äpfel und Birnen nicht klein, da geschnittenes Obst schneller gefriert. Solches Obst können Sie getrost im Ganzen bereitstellen. Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig und Star picken sich selbstständig kleine Häppchen heraus. Für jene Weichtierfresser sind geeignete Weichfuttermischungen im Fachhandel erhältlich.

Gemischfresser, zu denen Blau- und Kohlmeisen, Kleiber, Spechte und Zeisige gehören, ernähren sich, kopfüber in der Vegetation hängend, von Larven und Käfern. In der kalten Jahreszeit greifen sie auf Samen und Kerne zurück. Für diese Vogelarten bieten Sie am besten Fettfuttergemische (zum Beispiel Meisenknödel), Bucheckern und aufgeknackte Nüsse an.

Vogeltränken

Besonders gut beobachten lassen sich Wildvögel beim Baden in einer Vogeltränke. Insbesondere im Sommer erfüllt auch ein solches Vogelbad einen sinnvollen Nutzen, da solche Becken von Vögeln angesteuert werden, um sich abzukühlen oder etwas zu trinken. Nicht verwunderlich also, dass die große Schar diverser Vogelarten eine fantastische dekorative Bereicherung für unsere Gärten darstellt.

1. Anforderungen

Vogel badet in einer Tränke

Bereiten Sie dafür ein seichtes, langsam tiefer werdendes Wasserbecken vor. Das Wasser sollte nicht tiefer als fünf Zentimeter sein, da die meisten Vögel nicht gänzlich im Wasser baden. Vielmehr schlagen sie das Wasser mit ihren Flügeln auf ihre Körper. Weist das Becken steil abfallende Ränder auf, kann ein ins Wasser ragender Stock Vögeln helfen, die Vogeltränke zu entern und zu verlassen. Wahlweise kann die Tränke auch mit Steinen ausgelegt werden, sodass Ihre Badegäste bequem im Wasser sitzen können. Auch das Wasser muss sauber und frisch gehalten werden. Verschmutztes Wasser kann, ebenso wie verunreinigtes Futter, Krankheiten  übertragen – abgesehen davon, dass eine dreckige Tränke alles andere als dekorativ ist.

2. Standort

Auch bei Vogeltränken dürfen keine Verstecke wie Hecken oder größere Pflanzen in der Nähe sein. Zu groß ist die Gefahr, dass diese von Fressfeinden als Versteck genutzt werden. Aufgestellt auf einer Anhöhe, behalten die Wildvögel stets den Überblick. Idealerweise finden die badenden Vögel eine Fluchtmöglichkeit in der näheren Umgebung, zum Beispiel einen über das Wasser hängenden Ast eines Baumes, vor. Mit nassem Gefieder können die Tiere schließlich nur schwer fliegen.

Vogelschutz vor Glasscheiben

Vogel-Aufkleber in Greifvogel-Silhouette auf einer Glasscheibe

Neben Brut und Nahrungsaufnahme gibt es noch einen weiteren Aspekt, der für unsere Vögel leider von existenzieller Bedeutung ist, aber häufig unterschätzt wird. So verringert sich der Vogelbestand nicht bloß wegen des sich verkleinernden Lebensraumes, sondern auch aufgrund anderer menschengemachter Fallen. Die Zahlen klingen atemberaubend, doch es sterben Schätzungen zufolge bis zu 100 Millionen Vögel jährlich aufgrund von Kollisionen mit Glas, und das nur in Deutschland. Europaweit soll sich die Zahl der tödlich verunfallten Vögel auf eine Viertelmillion Tiere pro Tag belaufen. Dabei prallen die Wildvögel mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 60 Kilometern pro Stunde auf die durchsichtige Oberfläche. Die Folge ist meist der direkt einsetzende Tod aufgrund verschiedenster Brüche oder ein verzögertes Sterben durch innere Blutungen. Dabei ist, wenig überraschend, die immer modernere Bauweise mit großen Glasfronten ein Negativfaktor. Aber auch Balkonbrüstungen aus Glas und Wintergärten sind eine potenzielle Gefahr für unsere Vögel. Die Problematik ist, dass Vögel Glasfronten und die sich darin spiegelnde Umwelt als freien Flugraum wahrnehmen. Die bekannten, häufig unser Stadtbild prägenden Vogelaufkleber in Greifvogelsilhouette (s. Abbildung rechts) sind dabei meist keine zielführende Lösung, da sie nicht eng genug beieinander aufgeklebt sind. Ist der Abstand zwischen solchen Aufklebern größer als zehn bis 15 Zentimeter, werden Wildvögel versuchen den „Greifvogel“ zu umkurven und kollidieren somit dennoch mit der Glasfläche.

Es gibt aber auch effektive Tipps, wie man Vogelkollisionen mit Glasscheiben vorbeugen kann. Insbesondere wenn es draußen dunkel ist, sollten von innen beleuchtete Scheiben beispielsweise mit Vorhängen, Jalousien oder Lamellen abgedeckt sein. Andernfalls würden die Tiere vom Licht angezogen werden und auf der für sie nicht sichtbaren Fensterscheibe aufschlagen. Darüber hinaus gibt es extra zum Schutz von Vögeln entworfene Vogelschutzaufkleber. Dabei macht man sich den sogenannten Spinnennetz-Effekt zunutze. Vögel haben die Fähigkeit in einer Lichtfrequenz zu sehen, welche das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann. UV-Licht wird von Spinnennetzen in einer Lichtfrequenz reflektiert, welche für das Vogelauge sichtbar ist. Dadurch können Vögel vor Spinnennetzen ausweichen und diese werden wiederum nicht durch eine Kollision beschädigt. Die bereits angesprochenen Vogelschutzaufkleber sind hochtransparent und weisen ein Muster auf, das aufgrund des angesprochenen Effektes von Vögeln erkannt wird. Das menschliche Auge nimmt es jedoch kaum wahr. Solche Vogelschutzaufkleber können im Fachhandel käuflich erworben werden.

Beherzigen Sie all diese Tipps, helfen Sie den Vögeln in Ihrer Umwelt ungemein. Leisten auch Sie einen Anteil, damit sich der Vogelbestand wieder erholen kann. Beim Beobachten und Kiebitzen des tierischen Vogeltreibens in Ihrem Garten wünscht Ihnen das Kai Wiechmann-Team ganz viel Freude.

Erstellt am 11.06.2020 - Aktualisiert am 31.05.2022

Häufige Fragen

  • 1 Welche Vögel brüten in Nistkästen?

    Nistkästen werden von heimischen Vögeln gern zur Überwinterung und Aufzucht ihrer Jungen genutzt. Je nach Größe des Nistkastens und Durchmesser des Einfluglochs kann die Niststätte von unterschiedlichen Vogelarten besiedelt werden. Kleine Singvögel wie Meisen oder Sperlinge bevorzugen ein Einflugloch von 28 bis 34 mm, wohingegen Hohltauben, Dohlen und der Star erst ab 45 mm Durchmesser uneingeschränkten Zugang zum Brutkasten haben.

  • 2 Was muss man bei der Anbringung eines Vogelhäuschens beachten?

    Nisthilfen sollten in einer Höhe von mindestens zwei Metern aufgehängt werden, damit die Bewohner vor Fressfeinden geschützt sind. Auch direktes Sonnenlicht stellt eine Gefahr für die empfindliche Brut dar, weshalb der Nistkasten idealerweise nach Norden, Osten oder Südosten zeigt. Achten Sie bei der Anbringung Ihres Vogelhäuschens auf einen Überstand nach vorne, sodass Regenwasser besser ablaufen kann.

  • 3 Wie füttert man Vögel richtig?

    Die Meinungen zur richtigen Vogelfütterung gehen mitunter weit auseinander: einige Vogelfreunde füttern die Tiere das ganze Jahr hindurch, während andere nur in den Wintermonaten Vogelfutter bereitstellen. In jedem Fall müssen Vogelfutterhäuser regelmäßig gereinigt werden und wettergeschützt sein, damit die Vögel von der Nahrungsquelle profitieren. Die Wahl des Vogelfutters richtet sich danach, ob in Ihrem Garten eher Körnerfresser (z.B. Spatzen), Weichfutterfresser oder Gemischfresser wie die Blaumeise anzutreffen sind.

  • 4 Was kann man für den Vogelschutz tun?

    Nistkästen und Vogelfutterhäuser sind eine gute Möglichkeit, um Vögel bei ihrer Suche nach Nahrung und Nistplätzen zu unterstützen. Darüber hinaus können Sie eine flache Vogeltränke installieren, die zum Baden und als Wasserquelle dient. Schließlich sollten Vogelschutz-Aufkleber an Fenstern und Glasfronten angebracht werden, damit die Tiere nicht mit der durchsichtigen Oberfläche kollidieren.

Für Sie verfasst von Philipp Beichl
Sie haben weitere Fragen? Kontaktieren Sie mich gerne:
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Bildnachweis: vogelfutterhaus_400.jpg: ©si2016ab - stock.adobe.com nistkasten_3_850.jpg: ©Holger - stock.adobe.com nistkasten_1_400.jpg: ©fotoparus - stock.adobe.com voegel_fuettern_400.jpg: ©Ewald Fröch - stock.adobe.com wassertraenke_400.jpg: ©Edwardo Cipriano - stock.adobe.com glasschutz_400_1.jpg: ©Jamrooferpix - stock.adobe.com
Kommentare (2)
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Verfasst: 27.02.2020 18:45 Uhr
A.Richter
Die Vögel zwischern schon seit Wochen. Ein wirklich netter Beitrag.
Verfasst: 10.02.2020 21:15 Uhr
Helmut
Schöner Beitrag.
Erfahrungen & Bewertungen zu Kai Wiechmann