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Verschiedenes vegetarisches Grillgut wird auf einem Grill zubereitet

Wie grillt man vegetarisch?

Fleischlose Grillalternativen

Fleisch und Würstchen gehören für die meisten unter uns zum Grillvergnügen einfach dazu. Warum auch sonst sollte man den Grill anschmeißen, wenn keine saftigen Steaks und deftigen Würstchen darauf landen? Doch es geht auch anders. Leckere Vielfalt auf dem Grill gibt es auch ganz ohne Fleisch. Und glauben Sie uns, fleischfreies Grillen ist ganz und gar nicht langweilig. Mit leckeren Gewürzen und Marinaden wird das fleischfreie Grillgut beim vegetarischen Grillen zur Hauptattraktion.

Vegetarische Alternativen für den Grill

1. Gegrilltes Gemüse – Der vegetarische Klassiker

Grillgemüse aus Alu-Folie auf einem Grill

Damit Ihr Gemüse nicht direkt durch das Grillrost in die Glut fällt, sollten Sie sich zunächst einen Grillkorb zulegen. Gute Grillkörbe aus gebürstetem Edelstahl erhalten Sie bereits für weniger als 20,- Euro im Fachhandel. Hier wird Ihr Gemüse besonders schonend zubereitet und gleichmäßig gebräunt. Dennoch sollten Sie auf die Grilltemperatur achten, damit Ihr Gemüse nicht verbrennt. Wir empfehlen Ihnen, das Gemüse grundsätzlich indirekt zu grillen, damit die enthaltenen Vitamine des Gemüses auch erhalten bleiben, und, sofern möglich, das Gemüse auch bei geschlossenem Deckel zu grillen. Halten Sie die Grilltemperatur am besten im mittleren Bereich und garen Sie das Gemüse nicht zu lange. Es soll ja schließlich auch noch bissfest bleiben.

Ratsam ist es auch, ein kleines bisschen Wasser oder Olivenöl mit in die Grillschale hinzu zugeben. Einige Gemüsesorten enthalten einen recht hohen Wasseranteil, welcher schnell verdunstet, was zur Folge hat, dass die wichtigen Inhaltsstoffe dadurch verloren gehen. Geben Sie ein bisschen Flüssigkeit mit hinzu, so verlangsamt sich dieser Verdunstungsprozess und das Gemüse bleibt schön knackig und geschmacksintensiv.

Woran erkenne ich gutes Olivenöl?
1. Achten Sie aufs Etikett:
Damit es sich bei einem Öl um ein Erzeugnis der höchsten Qualitätsstufe handelt, muss auf dem Etikett "Olivenöl nativ extra", "Natives Ölivenöl extra" oder "extra vergine“ angegeben stehen. Diese Etikettenbezeichnung stellt klar, dass das Öl erster Güteklasse, im mechanischen Verfahren direkt aus den Oliven gepresst wird. Die Etikettenbezeichnung ist durch die EU festgelegt.

2. Achten Sie auf das Biosiegel
Wichtig ist auch das Biosiegel auf dem Etikett. Dieses ist ein Zeichen für besonders nachhaltigen Anbau ohne die Verwendung von künstlichen Düngern und Pestiziden.

3. Achten Sie auf die Flaschenfarbe
Gutes Olivenöl muss vor direktem Sonnenlicht geschützt sein, sonst geht der Geschmack verloren und das Öl wird schneller ranzig. Daher wird gutes Olivenöl niemals in transparenten Flaschen angeboten.

Bio-Siegel der EUEU-Bio-Siegel

Ansonsten ist das Grillen von Gemüse denkbar einfach. Klein schneiden, mit gutem Olivenöl oder einer Marinade bestreichen und mit Kräutern nach Belieben verfeinern. Salzen Sie Ihr fleischloses Grillgut aber bitte erst nach dem Grillvorgang, da Salz dem Gemüse während des Grillvorgangs auch viel Wasser entziehen würde.

Unser Tipp: Versuchen Sie es doch einmal mit grünem Spargel. Schneiden Sie die holzigen Enden ab und schälen Sie den Spargel nur im unteren Drittel. Schwenken Sie den grünen Spargel nun einfach in Olivenöl und legen Sie ihn dann auf den Grill. Haben Sie einen Gasgrill mit Aromaschiene, legen Sie den Spargel gerne direkt auf den Rost, andernfalls in eine Grillschale. Zehn bis zwölf Minuten Grillzeit bei indirekter Hitze reichen bei grünem Spargel vollkommen aus. Anschließend nur noch mit Salz würzen. Sie werden feststellen, er schmeckt einfach köstlich!

Sehr beliebt sind auch kleine Grillpäckchen. Hier wird Gemüse je nach Belieben mundgerecht geschnitten, gewürzt oder mariniert und in Alufolie verpackt. Diese Grillpäckchen legen Sie für etwa zehn Minuten auf den Grill. Das Prinzip hier funktioniert ähnlich wie beim Raclette. Probieren Sie es einfach mal aus. Sie werden begeistert sein.

2. Dips vom Grill

Baba Ghanoush Dip mit Brot

Auch leckere Dips wie Hummus, Kräuterquark oder Guacamole sorgen für den besonderen Schliff beim vegetarischen Grillen. Ein ganz besonderer Genuss ist allerdings Baba Ghanoush, welcher auch auf dem Grill zubereitet werden kann. Diese orientalische Vorspeise ist ein super leckerer und einfacher Dip. Er schmeckt ausgezeichnet mit Pitas oder Fladenbrot, eignet sich aber auch hervorragend als Beilage zu Falafel oder Tabouleh. Hierbei hat jede Region ihr eigenes Rezept, jedoch sind Auberginen, Knoblauch, Zitronensaft und Olivenöl stets enthalten.

Heizen Sie den Gasgrill auf etwa 200 Grad Celsius hoch und stechen Sie drei Auberginen rundherum mit einer Gabel mehrfach ein. Unter mehrmaligem Wenden werden die Auberginen nun 30 bis 40 Minuten lang gegrillt bis diese ganz schwarz sind und langsam der Saft austritt. Schneiden Sie nun vorsichtig die Aubergine auf und füllen Sie das Fruchtfleisch mit Hilfe eines Löffels in ein Sieb. Um dem Auberginenmus die Flüssigkeit zu entziehen, muss dieses jetzt für ca. eine Stunde abtropfen. Danach mit einer Gabel vermusen, mit drei gehackten Knoblauchzehen, vier Esslöffeln Ölivenöl, zwei Esslöffeln Tahini, einer Paste aus feingemahlenen Sesamkörnern und drei Esslöffeln Zitronensaft vermengen. Abschließend noch mit Salz abschmecken und eine Stunde ziehen lassen – fertig! Wer mag kann das ganze auch noch mit Koriander, Petersilie oder Minze verfeinern. Selbst wenn man Auberginen bestimmt auch im Ofen rösten kann, wird die Aubergine doch traditionell über einer offenen Flamme gegrillt. Nur dadurch bekommt das Baba Ghanoush einen so rauchigen Geschmack.

3. Grillkäse – nicht nur für Vegetarier eine Delikatesse

Eine leckere Alternative zu Fleisch und Co. sind außerdem verschiedene gegrillte Käsesorten. Hierfür eignen sich besonders Blauschimmel, Camembert, Feta oder Halloumi. Da die meisten Käsesorten auf dem Grill sehr schnell schmelzen, werden diese in Alufolie gewickelt und auch als Grillpäckchen auf den Grill gelegt. Der Käse kann noch nach Herzenslust mit Olivenöl und diversen Kräutern, wie Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano, gewürzt werden. Doch auch hier bietet es sich an, den Käse als kleine Grillpäckchen mit Gemüse und Käse gemischt zu genießen. Besonders schmackhafte Käse-Gemüse-Kombinationen sind zum Beispiel Blauschimmel mit Fenchel, Camembert mit Feigen oder Feta mit Tomaten und Zwiebeln.

Gegrillter Halloumi und Tomaten

Einige von Ihnen fragen sich jetzt vielleicht auch: Was ist eigentlich Halloumi-Käse? Halloumi ist ein halbfester, recht aromatischer Käse aus Zypern. Er besitzt eine faserige Konsistenz und wird ebenso wie Mozzarella in einer Salzlake eingelegt. Das Besondere an Halloumi-Käse ist seine feste Struktur, die er auch beim Erhitzen beibehält. Aus diesem Grund ist er der einzige Käse der direkt auf das Grillrost gelegt werden kann, da er nicht schmilzt. Halloumi eignet sich wunderbar zum Grillen. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

4. Tofu – für jeden Geschmack die richtige Wahl

Gegrillter Tofu

Tofu stammt ursprünglich aus China und wird dort schon seit 2.000 Jahren verspeist. In weiten Teilen Asiens ist Tofu seitdem neben dem Reis ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel. Tofu wird aus Sojamilch, welche wiederum aus Sojabohnen hergestellt wird, gewonnen. Dieses Herstellungsverfahren ist der Käseherstellung aus Milch sehr ähnlich. Tofu ist reich an Proteinen und enthält wichtige Aminosäuren. Dabei ist Tofu cholesterinfrei und fettarm, reich an Vitaminen und Mineralien und zudem auch leicht verdaulich.

Tofu selbst hat nur wenig Geschmack und ist fast geruchlos. So wie auch Fleisch gewürzt oder mariniert und dann gebraten wird, so verarbeitet man auch Tofu. Tofu kann dabei zu einem verblüffend ähnlichen Fleischersatz werden und es lohnt sich, dieses Lebensmittel tatsächlich einmal auf dem Grill auszuprobieren.

Leider hat es Tofu in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern nicht so ganz einfach. Sein Ruf ist eher schlecht und die meisten können mit Tofu so gar nichts anfangen. Wir geben Ihnen hier ein paar Tipps und Tricks zum Umgang und zur Zubereitung von Tofu. Grundsätzlich gilt: Je fester Tofu ist, desto besser lässt er sich grillen. Daher gibt es zwei einfache Tricks:

1. Sie frieren den Tofu ein und tauen ihn kurz vor dem Gebrauch wieder auf
2. Oder aber, Sie pressen den Tofu für einige Stunden in trockenen Küchentüchern aus.

Big Green Egg Mini mit geschlossenem DeckelHolzkohlegrill Big Green Egg MiniBig Green Egg Large mit geschlossenem DeckelHolzkohlegrill Big Green Egg LargeConveggtorConvEGGtor von Big Green EggOlivenöl Big Gree EggOlivenöl Big Green Egg

Wenn der Tofu schön fest ist, nimmt er auch die Marinade viel besser auf. In Kennerkreisen sagt man: „Ein gegrillter Tofu ist immer nur so gut wie seine Marinade“. Betrachten Sie Tofu als eine Art neutrale Leinwand, auf der sie jede Geschmacksrichtung kreieren können, die Sie sich vorstellen können. Entscheiden Sie selbst, ob Sie es eher mediterran mögen und gern kräftig mit Rosmarin, Thymian und Oregano würzen. Oder aber, Sie genießen den Tofu lieber nach asiatischer Art mit Curry, Ingwer und Chili.

Für Ihren nächsten Grillabend stellen wir Ihnen hier zwei vollkommen unterschiedliche Marinaden vor:

Asiatisch marinierter Tofu

Zutaten:

  • 200 Gramm Naturtofu
  • 5 EL Sojasoße
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Öl
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • eine Chilischote

Zubereitung:

Verrühren Sie Sojasoße, Tomatenmark, Zucker und Öl miteinander. Chilischote klein hacken, Zwiebeln und Knoblauchzehe schälen und ebenso klein hacken. Nun geben Sie alles zusammen mit dem in Würfel geschnittenen Tofu in ein verschließbares Gefäß. Gut schütteln und für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Jetzt auf den Grill damit und fertig!

Mediterran marinierter Tofu

Tofu mit Zitronen, Knoblau und Salz

Zutaten:

  • 200 Gramm Tofu
  • 5 EL Olivenöl
  • 1 EL Zitronensaft
  • eine Zwiebel
  • ein Zweig Oregano
  • ein Zweig Basilikum
  • ein Zweig Rosmarin
  • Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

Verwenden Sie auch hier am besten ein verschließbares Gefäß. Verrühren Sie das Olivenöl mit dem Zitronensaft und geben Sie die geschälten und in Ringe geschnittenen Zwiebeln hinein. Kräuter waschen, hacken und zur Marinade geben. Das ganze mit dem in Würfel geschnittenen Tofu vermengen und gut schütteln. Abschließend für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit alles gut durchziehen kann.

5. Seitan und Tempeh als Fleischersatz

Um Seitan zu gewinnen, wird Weizenmehl und Wasser zu einem Teig geknetet und nach einer gewissen Ruhezeit dann in Wasser wieder ausgewaschen. Dabei wird dem Teig die Stärke entzogen. Zurück bleibt nur eine zähe, glutenreiche Masse.

Man bekommt Seitan selten in vollkommen naturbelassen Form denn eigentlich schmeckt er nach nichts. Erst durch das Kochen der Rohmasse in einer Marinade, die traditionell aus Sojasauce, Algen und Gewürzen besteht, erhält Seitan seine fleischähnliche Konsistenz und seinen fleischartigen Geschmack. In dieser Form findet man ihn häufig in Reformhäusern und gut sortierten Bioläden vor.

Aber auch weiter verarbeitete Seitanprodukte sind mittlerweile erhältlich. So gibt es Seitanprodukte in Form von Medaillons, Würstchen oder in Schnitzelform, welche sich braten, frittieren, backen oder eben auch grillen lassen.

Tempeh

Auch Tempeh ist, wie Tofu, ein aus Sojabohnen hergestellter Fleischersatz, welcher sich aufgrund seiner Festigkeit hervorragend zum Grillen eignet. Er gehört bereits seit Jahrhunderten zum festen Bestandteil asiatischer und speziell indonesischer Ernährung. Bei uns ist Tempeh allerdings ein noch ein recht unbekanntes Lebensmittel. Auch Tempeh schmeckt eher neutral und wird zumeist mariniert oder bereits gewürzt im Fachhandel angeboten.

6. Lupinen machen der Sojabohne Konkurrenz

Da die Sojabohne immer mehr in die Kritik gerät, ist nun die Lupine seit kurzem stark im Kommen. Hierbei handelt es sich um eine Hülsenfrucht mit sehr hohem Eiweißgehalt. Die Lupine ist der Samen der gleichnamigen Pflanze, welche in freier Wildbahn sehr verbreitet ist. Allerdings ist diese wild wachsende Lupine recht ungenießbar, da sie giftige Bitterstoffe enthält. Der Lebensmittelindustrie ist es aber gelungen, sogenannte Süßlupinen zu züchten, welche diese Bitterstoffe nicht haben. Da Süßlupinen eher neutral schmecken, ist jede gewünschte Geschmacksrichtung realisierbar.

Außerdem lassen sie sich einfach verarbeiten. Die Samen werden einmal aufgekocht und anschließend mit Korn und Schale gewürzt und zu Schnitzel & Co. weiterverarbeitet.

7. Beyond Meat - eine Alternative

Das amerikanische Unternehmen Beyond Meat stellt seit 2009 veganen Fleischersatz her, welcher hauptsächlich aus Wasser, Gewürzen, Erbsenproteinen und verschiedenen pflanzlichen Ölen hergestellt wird. Besonders die Burger Patties sind sehr beliebt. Sie sollen im Geschmack und im Mundgefühl nicht vom herkömmlichen Rindfleisch zu unterscheiden sein.

Ein Blick in die Zukunft mit Clean Meat

Schon seit Jahren arbeiten Wissenschaftler in aller Welt fieberhaft daran, Fleisch für den weltweiten Konsum aus Zellkulturen herzustellen. Den ersten Burger Patty dieser Art stellten die Wissenschaftler bereits im Jahr 2013 vor, allerdings beliefen sich die "Produktionskosten" dieses einen Patties damals noch auf über 300.000 Euro. Seitdem wird versucht das Herstellungsverfahren für In-vitro-Fleisch, wie es auch genannt wird, zu optimieren, um die Kosten zu senken und den Verzehr der breiten Masse zugänglich zu machen.

Während aktuell die Herstellungskosten für 150 Gramm In-vitro-Fleisch noch bei etwa 6.000 Euro liegen, ist es das erklärte Ziel, diese Kosten in den kommenden Jahren soweit zu senken, dass es für neun Euro im Supermarkt angeboten werden kann.

Geplant ist es, in den nächsten Jahren sowohl Rindfleisch, als auch Geflügelfleisch aus Zellkulturen auf den Markt zu bringen. Wir sind gespannt. Bis dahin wünschen wir Ihnen gutes Gelingen und einen guten Appetit mit unseren vorgestellten Alternativen.

Erstellt am 22.06.2020

Für Sie verfasst von Janine Thiele
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