Ein eigenes Gewächshaus eröffnet im Garten viele schöne Möglichkeiten. Ob frisches Gemüse, selbst gezogene Jungpflanzen oder ein geschützter Platz für empfindlichere Gewächse, mit einem gut geplanten Gewächshaus lässt sich das Gartenjahr spürbar verlängern. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, worauf Sie beim Gewächshaus bauen achten sollten und wie Sie Standort, Material und Aufbau passend für Ihre Wünsche planen.
Was muss ich vor der Planung des Glashauses beachten?
Bevor Sie mit der genauen Planung und dem Bau Ihres Gewächshauses beginnen, sollten Sie ein paar wichtige Vorüberlegungen treffen. Um bestmögliche Ernteerfolge oder eine üppige Blütenpracht zu erzielen, ist es wichtig, sich zunächst über folgende Punkte Gedanken zu machen:
1. Nutzung
Die meisten Hobbygärtner möchten die optimalen Wärme- und Klimabedingungen in
einem selbst gebauten Gewächshaus nutzen, um Pflanzen vorzuziehen oder Gemüse anzubauen. Dafür kommt in den meisten Fällen ein Kalthaus infrage. Das Glas wirkt dabei wärmespeichernd und macht es möglich, viele Gemüsesorten bereits bis zu sechs Wochen vor der eigentlichen Aussaatzeit zu kultivieren. Das Kalthaus eignet sich aber nicht zur Überwinterung von Tropenpflanzen oder zum ganzjährigen Anbau von Gemüse.
Wer Pflanzen auch außerhalb ihrer artenspezifischen Wachstumszeit züchten möchte, muss mit einem Warmhaus das passende Klima schaffen. Man unterscheidet dabei, je nach vorherrschender Innentemperatur, zwischen temperierten und warmen Gewächshäusern. Bei diesen beiden beheizten Varianten ist natürlich auf eine gute Isolierung zu achten, um die Heizkosten am Ende nicht zu sehr in die Höhe zu treiben.

2. Standort

Je nach Nutzungsart ist auch der Standort des Gewächshauses ein wichtiger Planungspunkt. Wenn Sie während der Gartensaison Gemüse und Pflanzen unter optimalen Klimabedingungen anbauen möchten, dann sollten Sie einen sonnigen und windgeschützten Standort mit Nord-Süd-Ausrichtung wählen. Denn bei einem Kalthaus sind die Sonnenstrahlen ein wichtiger Faktor, wenn es um den Ertrag der Ernte oder das üppige Wachstum Ihrer Pflanzen geht. In der frühen Wachstumsphase beeinflussen Licht und Wärme die spätere Ausbeute bei der Ernte. Wenn Sie aber Wert darauf legen, schon im späten Winter oder zeitigen Frühjahr mit dem Anbau tätig zu werden, dann wäre eher eine Ost-West-Ausrichtung ideal, um die im Frühling noch tief stehende Sonne voll ausnutzen zu können. Achten Sie ebenfalls auf eine gute Erreichbarkeit im Garten und einen ausreichenden Abstand zur Grundstücksgrenze. Ein Standort, nicht zu weit entfernt von einem Wasseranschluss, erleichtert das spätere Gießen der Pflanzen. Bei einem beheizten Gewächshaus kann der Standort natürlich von weiteren Faktoren, wie einem Stromanschluss, abhängen.
✓ sonnig und windgeschützt
✓ frei zugänglich von allen Seiten
✓ kurze Wege für gute Erreichbarkeit
✓ ausreichend Abstand zur Grundstücksgrenze
✓ Nord-Süd oder Ost-West-Ausrichtung je nach Nutzungsart
3. Größe, Form und Stil
Je nach Größe des Gartens und der Standortmöglichkeiten gibt es wohl kaum
Beschränkungen bei der Wahl des Stils eines Gewächshauses. Erlaubt ist alles, was gefällt. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Projekt harmonisch in Ihren vorhandenen Garten einfügt und von allen Seiten frei zugänglich ist. Das erleichtert nicht nur den Aufbau, sondern am Ende auch die Reinigung und Wartung des Hauses. In diesem Zusammenhang könnte Sie auch unser Ratgebertext "Gartengestaltung - was sollte man beachten" interessieren.
Unser Tipp: Erkundigen Sie sich vor der Planung und vor dem Beginn des Baus unbedingt, ob Sie für Ihr Projekt eine Baugenehmigung benötigen. Je nach Bundesland und sogar von Gemeinde zu Gemeinde können unterschiedliche Vorschriften gelten, nach welchen Richtlinien ein Gewächshaus im Garten genehmigungsfrei erbaut werden darf.
Brauche ich ein Fundament fürs Gewächshaus im Garten?
Damit das Gewächshaus sicher steht und bei Wind und Wetter stabil bleibt, braucht es in den meisten Fällen ein Fundament. Bei der Materialauswahl gibt es verschiedene Möglichkeiten.

- Holz eignet sich, wenn Sie ein schnelles, einfaches und oft auch kostengünstiges Fundament verlegen möchten. Wie witterungsbeständig ein Holzfundament ist, hängt jedoch stark von der gewählten Holzart ab. Während besonders robuste und für den Außenbereich geeignete Hölzer deutlich widerstandsfähiger sind, können weniger beständige Holzarten in regenreichen Regionen oder bei viel Schnee im Winter schneller verwittern und verfaulen.
- Beton eignet sich, wenn Sie ein besonders stabiles und dauerhaftes Fundament schaffen möchten. Im Vergleich zu anderen Varianten ist der Aufwand jedoch meist höher, da Betonfundamente sorgfältig vorbereitet, gegossen und ausgehärtet werden müssen. Auch nachträgliche Änderungen lassen sich nur mit größerem Aufwand umsetzen. Dafür bietet Beton eine sehr solide und langlebige Grundlage für das Gewächshaus.
- Mit einem Stahlfundament entscheiden Sie sich für eine stabile und langlebige Lösung. Durch die Bodenverankerung entsteht eine solide Grundlage, die dem Gewächshaus auch bei anspruchsvolleren Witterungsverhältnissen sicheren Halt gibt. Je nach Ausführung kann der Transport allerdings etwas aufwendiger sein als bei leichteren Fundamentvarianten. Damit das Material langfristig beständig bleibt, sollte zudem auf einen guten Korrosionsschutz geachtet werden.
Es ist auch durchaus möglich, ein Gewächshaus ohne Fundament zu errichten. Wenn es sich zum Beispiel um ein besonders leichtes Modell, wie ein Anlehngewächshaus oder ein sehr einfaches Foliengewächshaus handelt.

Alternative Verankerungsmöglichkeiten wie Erdanker bieten sich an, um leichte und eher einfache Konstruktionen sicher im Boden zu befestigen.
Wählen Sie die Länge und den Durchmesser der Erdanker je nach Größe und Bodenbeschaffenheit aus, um Ihrem Gewächshaus einen guten Halt zu bieten. Einschlagbodenhülsen können Sie bei harten Böden einsetzen. Sie bestehen aus Hülsen, die sich während des Einschlagens durch Widerhaken im Boden verankern.

Anlehngewächshaus: Wie der Name schon sagt, handelt es ich bei dieser Variante um ein an das Wohnhaus angebaute Gewächshaus. Sie können es auch an einen bereits vorhandenen Schuppen oder ein Gartenhaus anbauen. Durch den Anbau an eine feste Wand erhält das Treibhaus zum Beispiel zusätzliche Isolierung und Statik. Das Wohnhaus kann das Gewächshaus automatisch mit heizen und bringt dabei Vorteile für das darin herrschende Klima. Es gibt auch extrem platzsparende Modelle, die sich auf einer kleinen Terrasse oder sogar auf einem Balkon errichten lassen. Beachten Sie bei einem Anbau an die Wohnhauswand aber unbedingt die geltenden Verordnungen, da Sie möglicherweise eine Baugenehmigung benötigen.
Welche Verglasung ist fürs Treibhaus sinnvoll?
Eine ganz eindeutige und einfach Antwort auf diese Frage gibt es wahrscheinlich nicht. Deshalb ist es wichtig, ebenso wie beim Bau des Fundaments, sich vor der Entscheidung einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen.

- Glas ist die wohl klassischste Variante unter den Materialien für die Verkleidung eines Gewächshauses. Nicht nur die Optik, sondern auch die isolierenden Eigenschaften von Glas entsprechen den meisten Vorstellungen eines qualitativ hochwertigen Treibhauses. Jedoch bringt die klassische Methode nicht immer auch die meisten Vorteile mit sich. Gewächshäuser aus Glas sind zwar sehr stabil, bergen aber auch Bruchgefahr durch Sturmschäden oder Hagel. Vor allem, wenn Sie zu preisgünstigem Einfachglas greifen möchten, müssen Sie berücksichtigen, dass es im Sommer auch schnell mal zu einem Hitzestau kommen kann. Dann sollten Sie sich über einen geeigneten Sonnenschutz und eine gute Belüftung zusätzliche Gedanken machen. Lichtbeständiges Isolierglas oder Einscheibensicherheitsglas zum Beispiel ist sehr viel hochwertiger, kostet in der Anschaffung aber auch deutlich mehr.

- Acrylglas, auch bekannt als PLEXIGLAS®, besteht aus dem Kunststoff Polymethylmethacrylat (PMMA) und ist demnach bruchsicher und dabei auch sehr beständig und langlebig. Einen sehr großen Vorteil kann das geringe Gewicht im Vergleich zu Glasplatten bieten, da Sie sich beim Aufbau Ihres Gewächshauses Arbeit ersparen, durch das geringe Gewicht allerdings auch ein wenig an Stabilität einbüßen müssen. In der Anschaffung ist Acrylglas günstiger als Glas und bietet eine sehr gute Wärmedämmung und Lichtdurchlässigkeit. Acrylglas eignet mit sich mit diesen Eigenschaften besonders für diejenigen, die bei ihrem selbst gebauten Gewächshaus großen Wert auf eine schöne Optik legen, da es echtem Glas zum Verwechseln ähnlich sieht. Auch ein gutes Lichtangebot für Ihre Pflanzen und eine lange Haltbarkeit durch Unempfindlichkeit gegenüber UV-Licht macht Acrylglas zu einem guten Material für den Selbstbau Ihres Gewächshauses.

- PVC Kunststoffplatten sind eine sehr preiswerte Variante im Vergleich zu Glas und Acrylglas. Allerdings ist dieses Material nicht ganz so lichtdurchlässig (75 %) und es ist je nach Hersteller auch mit einer begrenzten Lebensdauer zu rechnen, da keine so hohe UV-Beständigkeit vorliegt. Es muss also mit einer gewissen Eintrübung der Platten im Laufe der Jahre gerechnet werden. Allerdings ist PVC im Gegensatz zu Acrylglas durchlässig für UV-Strahlung. Ob das nun ein Vorteil oder ein Nachteil ist, darüber sind sich Hobbygärtner nicht ganz einig. UV-Strahlung trägt zum einen zu einem gesunden Wachstum und kräftigem Gedeihen bei, andererseits besteht immer die Gefahr von Sonnenbrand für Ihre Pflanzen. Falls Sie in Ihrem Gewächshaus Jungpflanzen vorziehen möchten, die dann später ins Freiland gesetzt werden sollen, dann kann PVC die richtige Wahl für Sie sein. Die Jungpflanzen sind dann nämlich bereits gegen UV-Strahlung abgehärtet und können direkt an einen sonnigen Standort gepflanzt werden. Nicht abgehärtete Pflanzen müssen erst vorsichtig im Halbschatten an das UV-Licht gewöhnt werden, um Schäden zu vermeiden. Im Großen und Ganzen eignet sich PVC weniger für eine komplette Verkleidung von Gewächshausbauten und mehr für eine UV-durchlässige Überdachung, wie zum Beispiel für den Tomatenanbau.
Glas
+ Langlebig, stabil und leicht zu pflegen mit klassischem Look
- Bruchgefahr, hohes Gewicht, schwieriger zu verarbeiten
Acrylglas
+ Preiswerter als Glas, hohe Lichtdurchlässigkeit, langlebig, bruchsicher
- UV-Undurchlässig, geringere Stabilität
PVC Kunststoffplatten
+ Sehr preiswert, UV-durchlässig
- Kürzere Lebensdauer, Eintrübung durch UV-Strahlung
Kann man ein Gewächshaus auch im Winter nutzen?

Wenn es draußen kälter wird und wir uns in unsere beheizten Räume zurückziehen und mit Mantel und Schal vor Kälte schützen, dann brauchen auch unsere nicht winterharten Gartenpflanzen einen geeigneten Ort zum Überwintern. Ein Gewächshaus bietet sich unter bestimmten Voraussetzungen als geeigneter Unterstand an. Sofern Sie ein nicht beheiztes Kalthaus bauen möchten, den Raum aber trotzdem im Winter zum Schutz für Ihre Kübelpflanzen nutzen möchten, sollten Sie sich also Gedanken über einen geeigneten Frostschutz machen. Der abgeschlossene Bereich Ihres Gewächshauses isoliert zwar schon ein wenig und schützt Ihre Pflanzen bei leichten Minusgraden vor Frost, allerdings können bei tieferen Temperaturen und härteren Wintern auch im Gewächshaus Minusgrade herrschen. Ein Frostwächter kann dann helfen und verhindern, dass es im Winterquartier zu frostig wird. Für die Überwinterung von subtropischen Pflanzen sollte die Temperatur in Ihrem Kalthaus keinesfalls unter 0 Grad fallen. Tropische Pflanzen benötigen ein Warmhaus, um den Winter zu überstehen. Für beide Fälle eignet sich ein elektrisch- oder gasbetriebener Frostwächter, bei dem sich ein Temperaturgrenzwert einstellen lässt und der sich automatisch einschaltet, falls die Temperaturen unter diesen Wert fallen sollten.

Mediterrane Gewächse überstehen normalerweise auch leichte Minusgrade meist unbeschadet. Wenn Sie hier auf Nummer sicher gehen möchten, dann können Sie sich für Ihr Kalthaus auch ganz einfach selbst einen Frostwächter bauen. Eine ganz simple und günstige Tontopf-Heizung reicht meist aus, um die Temperatur stabil und den Raum frostfrei zu halten. Dafür eignen sich umgedrehte, nicht behandelte Tontöpfe mit Abzugsloch. Unter die Tontöpfe stellen Sie eine Kerze, die Sie anzünden, sobald die Temperaturen am Tag oder in der Nacht unter den Gefrierpunkt fallen. Je nach Größe des Raums können Sie auch einfach mehrere große Tontöpfe aufstellen und darunter Teelichter oder Stumpenkerzen verwenden, die dann ausreichend Wärme für die Umgebung produzieren. Damit sich der Ton bestmöglich durch die Kerzenwärme aufheizt und nicht zu viel warme Luft entweicht, stellen Sie die Töpfe auf kleine Steinklötze und decken das Abzugsloch zum Teil mit einer Tonscherbe ab. Zur Orientierung: ein Teelicht liefert ungefähr eine Leistung von etwa 40 Watt.
Wichtig ist natürlich, darauf zu achten, dass die Kerzen bei unbeaufsichtigtem Betrieb keinen Brand auslösen können.
Welche Tipps sind für die Innengestaltung eines Grünhauses zu empfehlen?

1. Gehwege:
Steine oder Trittplatten sind sinnvoll, um das Begehen Ihres Gewächshauses zu erleichtern. Am besten eignen sich zum Anlegen von Wegen Betonplatten, da diese eine raue Oberfläche besitzen und dadurch die Rutschgefahr minimieren, falls beim Gießen mal etwas daneben gehen sollte.
2. Beetform und Einrichtung:

Die wohl klassischste Form eines Beets im Gewächshaus ist das Grundbeet. Während sich hier auch tiefwurzelnde Pflanzen ideal anbauen lassen, bringt diese Form des Beets aber den Nachteil mit sich, dass Sie sich viel bücken müssen, um Ihre Beete zu pflegen. Das könnte auf Dauer den Rücken belasten und die Gartenarbeit sehr anstrengend machen. Um dies zu vermeiden, können Sie alternativ Bankbeete oder Hochbeete anlegen, um sich bequem um Ihre Pflanzen kümmern zu können. Wenn genügend Platz im Gewächshaus vorhanden ist, bieten sich vor allem Teak Pflanztische an, um komfortabel jede Arbeit auf Stehhöhe erledigen zu können. Regale schaffen die richtige Ordnung, um Material, wie Erde und Kompost oder Töpfe und Werkzeug, optimal zu lagern und zu sortieren.
Teak Pflanzkelle geschmiedet
Teak Handgabel geschmiedet
Teak Pflanztisch Riviera
Teak Regal Treviso
Unser Fazit zu DIY-Gewächshäusern
Überlegen Sie sich vor der Planung genau, wofür Sie Ihr Gewächshaus nutzen möchten und stützen Sie darauf Ihre Wahl der Materialien, des Standortes und die Größe Ihres Projektes. Machen Sie eine gute Kostenplanung. Beim Bau eines beheizten Gewächshauses macht es zum Beispiel keinen Sinn bei der Materialwahl oder Isolierung zu sparen, da Sie damit am Ende hohe dauerhafte Heizkosten riskieren.


