Wenn die Gartensaison langsam ausklingt, zeigt sich bei Gartenmöbeln aus Holz oft besonders deutlich, was das Material wirklich kann. Sonne, Regen und wechselnde Temperaturen hinterlassen ihre Spuren. Doch während manche Holzmöbel jahrzehntelang nahezu unbeeindruckt draußen stehen können, benötigen andere regelmäßig Schutz und Pflege.
Teak, Akazie und Eukalyptus gehören zu den bekanntesten Hölzern für Gartenmöbel. Sie werden häufig als gleichermaßen robust und witterungsbeständig angeboten. Tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch erheblich. Welches Holz ist also ideal für Gartenmöbel? Wir kären auf.
Teak, Akazie & Eukalyptus: Was steckt dahinter?
Bevor sich die drei Hölzer vergleichen lassen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Bezeichnungen. Besonders bei Akazie sorgt der Gartenmöbelhandel häufig für Verwirrung.

Unser Tipp: Sollten Sie sich für "Akazienmöbel" interessieren, fragen Sie beim Händler unbedingt nach, ob es sich tatsächlich um Robinienholz handelt. Denn echte Akazie ist eine andere Holzart und für Gartenmöbel völlig ungeeignet.
Welches Holz für Gartenmöbel?
Für hochwertige Gartenmöbel ist entscheidend, wie gut ein Holz dauerhaft mit Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und anderen Witterungseinflüssen zurechtkommt. Genau hier unterscheiden sich Teak, Robinie und Eukalyptus deutlich.
Hochwertiges Teakholz ist für den dauerhaften Einsatz im Freien besonders gut geeignet. Teakkernholz älterer Bäume, etwa 30 bis 50 Jahre alt, ist von Natur aus besonders reich an Ölen und mineralischen Bestandteilen. Dadurch nimmt es nur wenig Feuchtigkeit auf und ist von Natur aus sehr widerstandsfähig gegenüber Fäulnis, Pilzen und anderen Witterungseinflüssen. Gleichzeitig ist fachgerecht getrocknetes Teak vergleichsweise formstabil und neigt nur wenig zu Verformungen. Diese Kombination aus natürlicher Dauerhaftigkeit, Langlebigkeit und Formstabilität macht Teak zu einem besonders geeigneten Holz für Gartenmöbel.
Hochwertige Robinie, die im deutschen Sprachraum häufig als Akazie angeboten wird, kommt Teak erstaunlich nahe. Sie zählt zu den wenigen heimischen Holzarten, die hinsichtlich Robustheit, Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit gut mithalten können. Ein entscheidender Unterschied liegt jedoch in der Verarbeitung. Robinienholz ist anspruchsvoll zu trocknen und neigt stärker zu Verformungen. Wird bei der Trocknung nicht sorgfältig gearbeitet, können später Risse, Verformungen oder Splitter entstehen. Die Qualität der Verarbeitung spielt bei Robinienmöbeln deshalb eine besonders große Rolle.
Bei Eukalyptus ist eine pauschale Bewertung schwieriger. Es gibt rund 800 verschiedene Eukalyptusarten, deren Eigenschaften und Qualität stark variieren. Holzdichte, Standort und Anbaubedingungen haben großen Einfluss darauf, wie widerstandsfähig das Holz später ist. Die für Gartenmöbel verwendeten Eukalyptushölzer sind im Allgemeinen weniger witterungsbeständig als hochwertiges Teak oder Robinie. Besonders Feuchtigkeit und Frost können dem Holz zusetzen. Entsprechend ist auch die zu erwartende Lebensdauer meist geringer.
Die natürliche Dauerhaftigkeit von Holz gegenüber holzzerstörenden Pilzen wird nach EN 350 in fünf Klassen eingeteilt: von Klasse 1 „sehr dauerhaft“ bis Klasse 5 „nicht dauerhaft“. Je niedriger die Zahl, desto widerstandsfähiger ist das Holz von Natur aus. Für unsere drei Gartenmöbelhölzer bedeutet das:
- Teak: Klasse 1 bei hochwertigem Premium-Kernholz langsam gewachsener, etwa 50 Jahre alter Bäume
- Akazie beziehungsweise Robinie: Klasse 1 bis 2 bei hochwertigem, ausgereiftem Kernholz. Für Premium-Robinienholz sind etwa 40 Jahre alte oder ältere Bäume eine gute Orientierung. Robinie wächst deutlich schneller als Teak und erreicht daher früher eine für hochwertige Holznutzung geeignete Reife. Damit gehört hochwertiges Robinienholz zu den dauerhaftesten europäischen Hölzern.
- Eukalyptus: je nach Art und Holzqualität sehr unterschiedlich, von Klasse 2 bis Klasse 4.
Für Gartenmöbel, die dauerhaft und ohne regelmäßige Schutzbehandlung im Freien stehen sollen, sind vor allem Hölzer der Dauerhaftigkeitsklassen 1 und 2 interessant. Ab Klasse 3 ist eine regelmäßige Schutzbehandlung erforderlich, wodurch sich auch der Pflegeaufwand der Gartenmöbel entsprechend erhöht.
Holzeigenschaften & Kaufempfehlungen

Neben der Dauerhaftigkeit unterscheiden sich Teak, Robinie und Eukalyptus auch bei Optik, Haptik, Formstabilität und Pflegeaufwand. Welches Holz für Ihre Gartenmöbel am besten geeignet ist, hängt deshalb vor allem davon ab, welche Ansprüche Sie an Qualität, Lebensdauer und Pflege stellen.
- Teak fühlt sich leicht ölig und samtweich an und besitzt eine warme, honigbraune Farbe mit feiner, gleichmäßiger Maserung. Unbehandelt entwickelt das Holz mit der Zeit eine gleichmäßige silbergraue Patina. Von den drei Holzarten neigt hochwertiges Teak am wenigsten zu Rissen und Verformungen. Gleichzeitig ist es besonders pflegeleicht. Ein zusätzlicher Holzschutz ist nicht notwendig, das Ölen dient lediglich dazu, den ursprünglichen Braunton länger zu erhalten. Teak ist deshalb die richtige Wahl, wenn Sie hochwertige Gartenmöbel für Jahrzehnte suchen, möglichst wenig Pflegeaufwand wünschen und die Möbel ganzjährig im Freien stehen lassen möchten.
- Robinie wirkt durch ihre ausgeprägtere Maserung etwas rustikaler und besitzt zunächst häufig einen grünlich goldbraunen Farbton, der sich mit der Zeit verändert. Auch unbehandelte Robinie vergraut relativ gleichmäßig. Das Holz ist allerdings anspruchsvoller in der Trocknung und neigt stärker zu Rissen und Verformungen als Teak. Eine regelmäßige Pflege mit einem geeigneten Holzschutzöl ist daher empfehlenswert. Robinie eignet sich besonders, wenn Sie eine langlebige und etwas günstigere Alternative zu Teak suchen, die rustikalere Optik mögen und bereit sind, etwas mehr Zeit in die Pflege zu investieren.
- Eukalyptus ist meist heller bis rötlich braun und besitzt eine gröbere Maserung. Je nach Holzart und Verarbeitung können Optik und Qualität stark schwanken. Im Freien vergraut Eukalyptus häufig ungleichmäßiger, zudem können Flecken, Risse oder Verformungen stärker auftreten. Hinzu kommt ein deutlich höherer Pflegeaufwand. Regelmäßige Schutzbehandlungen sind notwendig und im Winter sollten die Möbel möglichst geschützt untergestellt werden. Eukalyptus kommt deshalb vor allem infrage, wenn ein niedriger Anschaffungspreis wichtig ist, die Möbel nur saisonal genutzt werden und eine kürzere Lebensdauer sowie regelmäßige Pflege bewusst in Kauf genommen werden.
Unser Tipp: Sie möchten noch genauer wissen, welches Holz zu Ihren Ansprüchen passt? In unserem ausführlichen Ratgeber „Teak vs. Akazie vs. Eukalyptus“ vergleichen wir die drei Gartenmöbelhölzer im Detail. Dort erfahren Sie mehr über Pflege, Qualität, Preise und Nachhaltigkeit.



